Gelbbauchunken

Gelbbauchunken

Pfützen und Radspuren sind ihr zu Hause!

Gelbbauchunke ist Lurch des Jahres 2014

Gelbbauchunke
Ausgewachsene Gelbbauchunke

Erst auf den zweiten Blick verrät der Name ihr Aussehen, denn nur bei drohender Gefahr zeigt sie zur Abschreckung ihre gelb-schwarzgrau gefleckte Bauchzeichnung.

Diese auffällige und für jede Unke individuelle Färbung, dient als Warnung für Fressfeinde: »Vorsicht, ich bin ungenießbar!«. Mit ihrer braungrauen bis lehmgelben Rückenfärbung ist sie aber nur schwer zu sehen und bestens an ihren Lebensraum »Pfütze« angepasst.

Pfützen und wassergefüllte Radspuren

Fahrspuren als Laichgewässer
Fahrspuren als Laichgewässer – Unken mögen’s seicht (Foto: S. Hennemann)

Die Gelbbauchunke hat recht bescheidene Ansprüche an ihre Laichgewässer. Trotzdem ist sie heute vielerorts verschwunden und eine der am stärksten gefährdeten Amphibienarten in Rheinland-Pfalz. Der ursprüngliche Lebensraum des kleinen Froschlurchs umfasste in erster Linie Auenbereiche von Flüssen. Dort entstanden durch Hochwasser immer neue Rohbodenflächen und besonnte Kleinstgewässer. In diesen, nur zeitweise wasserführenden Tümpeln, können sie sich erfolgreich fortpflanzen, denn Feinde, wie Libellenlarven, Molche oder Fische können sich nicht ansiedeln. Da aber auch für die Unke stets die Gefahr besteht, dass eine »Pfütze« austrocknet, bevor die Kaulquappen herangewachsen sind, betreibt sie Risikominimierung und laicht zwischen April und Juli gleich mehrfach ab. Doch selbst diese spezielle Anpassung an ihren Lebensraum nutzt der Gelbbauchunke nur begrenzt, denn es gibt immer weniger solcher Kleinstgewässer.

Durch die Begradigung und Befestigung der Fließgewässer kommt sie heute meist nur noch in vom Menschen geschaffenen Ersatzlebensräumen, wie Ton-, Sand- und Kiesgruben, Steinbrüchen, Truppenübungsplätzen sowie Fahrspuren auf Feld- und Waldwegen vor. Diese sind jedoch ebenfalls bedroht: Beispielsweise wachsen ehemalige Truppenübungsplätze oder stillgelegte Steinbrüche ohne menschliche Aktivitäten zu, Fahrspuren auf Feld- und Waldwegen werden verschüttet. Zudem können geeignete Lebensräume derzeit kaum mehr selbstständig (wieder) besiedelt werden, da zu weite Entfernungen und/oder unüberwindbare Barrieren, wie z.B. Straßen, zwischen bestehenden Gelbbauchunken-Vorkommen liegen, weshalb die aktuell bestehenden Populationen oft stark isoliert sind.

NABU Projekt zum Schutz der Gelbbauchunke

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Kaulquappe der Gelbbauchunke (Foto: Bruno Scheel)

Daher hat sich der NABU als erster Naturschutzverband der länderübergreifenden Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland angenommen.

Mit seinen Projekt- und Kooperationspartnern will er in fünf Bundesländern mit 130 Projektgebieten bestehende Populationen der Gelbbauchunke stärken, Trittsteinbiotope zwischen Lebensräumen anlegen und die Art teilweise auch wieder ansiedeln, um isolierte Populationen miteinander zu verbinden. In Rheinland-Pfalz umfasst die Projektregion elf Gebiete im Kreis Neuwied. Diese befinden sich primär in ehemaligen und aktiven Basaltsteinbrüchen. Weitere Projektgebiete befinden sich in den Bachtälern in unmittelbarer Nähe der letzten bekannten Gelbbauchunken-Vorkommen der Region.

Zu den Maßnahmen, die seit März 2013 umgesetzt werden, zählt die Pflege und Erneuerung von Kleingewässern, die Schaffung von Rohbodenflächen und auch die Neuanlage von Gewässern und Tümpelfeldern.

Das NABU-Projekt in Rheinland-Pfalz wird von zahlreichen Kooperationspartnern tatkräftig unterstützt. Dazu gehören neben den örtlichen NABU-Gruppen auch kleinere regionale Naturschutzvereine wie ANUAL und Hinterheide e.V. (Verein zur Förderung von Naturschutz und Naherholung). Außerdem unterstützen die Untere Naturschutzbehörde Neuwied sowie Rohstoffabbaubetreiber wie die BAG (Basalt-Aktien-Gesellschaft), Schmitz-Wiedmühle GmbH, RPBL (Basalt & Lava aus der Eifel) und Dr. Fink-Stauf Umwelttechnik GmbH das Vorhaben.

Das Projekt »Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland« wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.