Aufsatz »Bachpaten und Gewässerstrukturgütekartierung von Dipl.-Biol. M. Blank«

Bachpaten und Gewässerstrukturgütekartierung

Gemeinsame Fortbildungsveranstaltung des StAWA Montabaur, der Verbandsgemeinde Asbach/ Westerwald und des Arbeitskreises Natur- und Umweltschutz im Asbacher Land e.V. (ANUAL)
Bachpatenschaft ANUAL Der Arbeitskreis für Natur- und Umweltschutz im Asbacher Land e.V. (ANUAL) übernahm im Frühjahr 1995 die Bachpatenschaft für den Pfaffenbach, den Köhlershohner Bach und den Wahler Bach (im Landkreis Neuwied, Verbandsgemeinde Asbach). Seitdem konnte der ANUAL bereits mehrere Grundstücke am Pfaffenbach erwerben. Kartierungsarbeiten, Bachbegehungen, Säuberungsaktionen und Aufklärungsarbeiten mit Jugendgruppen und Schulklassen wurden durchgeführt. Für diese beispielhaften Arbeiten erhielt der Verein 1996 den Bachpatenschaftspreis des Ministeriums für Umwelt und Forsten, Rheinland-Pfalz (siehe Preisverleihung 1996).

Gewässerstrukturgütekartierung

Im Frühjahr 1997 veranstaltete der Verein ANUAL gemeinsam mit dem Staatlichen Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft (StAWA) Montabaur und der Verbandsgemeinde Asbach/ Westerwald ein Seminar „Gewässerstrukturgütekartierung durch Bachpaten“ im Westerwald. Ziel dieser Veranstaltung war, Bachpaten mit der Methode der Gewässerstrukturgütekartierung vertraut zu machen und zu zeigen, wie erfasste Daten im Rahmen der Arbeit einer Bachpatenschaft aufbereitet werden können

Einleitend erklärte Herr Kaltenbrunner, Leiter des StAWA Montabaur, den zahlreich erschienenen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die neue Auffassung von Gewässerschutz und die Gesetzgebung zur naturgemäßen Unterhaltung von Fließgewässern. Danach führte er durch die Wanderausstellung „AKTION BLAU – Gewässerentwicklung in Rheinland-Pfalz“, die während der Veranstaltungswoche im Asbacher Rathaus zu sehen war

Herr Kaltenbrunner stellte insbesondere den hohen Stellenwert der Gewässerstrukturgüte bei der Entwicklung unserer Fließgewässer und ihrer Lebensgemeinschaften heraus. Mit Besorgnis stellen die Wasserbehörden fest, daß sich die Gewässer-Biozönose trotz großer Anstrengungen auf dem Gebiet der Gewässerreinhaltung nicht im gleichen Maße wie die Gewässergüte erholt hat. Hierfür ist die schlechte naturferne Struktur des Gewässerbettes, wie die Form der Sohle, der Ufer, ihre Befestigungen und ihre Ausbauformen, verantwortlich

Gewässergüte und Gewässerstrukturgüte begrenzen gleichermaßen die Artenvielfalt und die Leistungsfähigkeit der Gewässerbiozönosen. Das Land Rheinland-Pfalz hat zur Erfassung der vorhandenen Gewässerstruktur ein amtliches Kartierverfahren und auch ein vereinfachtes Verfahren für Bachpaten (3. Info-Brief „Gewässerstruktur“) entwickelt

Gemeinsames »Kartieren« am Gewässer

Am darauffolgenden Tag erfolgte eine praktische Einweisung und Übung zur Gewässerstrukturgütekartierung an Gewässern, die die Bachpaten des ANUAL betreuen. Sowohl das vereinfachte Verfahren für Bachpaten als auch das amtliche Kartierungsverfahren wurden erläutert und angewandt.

Die Teilnehmer an dieser Einweisung waren sich einig, daß trotz des relativ hohen Einarbeitungsaufwandes und des doch recht komplizierten Verfahrens das ausführliche Kartierungsverfahren für Bachpaten wesentlich aussagekräftiger sei als das vereinfachte Kartierungsverfahren.

Es zeigte sich, daß im Bereich der Gewässer, die die Bachpaten im Bereich der Verbandsgemeinde Asbach betreuen, einige Abschnitte mit besonders erfreulicher, fast naturnaher Strukturgüte der Klasse 1 und 2 liegen. Leider gibt es aber auch Abschnitte, die sich durch angrenzende Nutzungen bzw. ungeschickte Unterhaltungsmaßnahmen der Verbandsgemeinde in einer schlechten Gewässerstrukturgüte befinden (Klasse 6 und 7). Die Veranstaltung hat gezeigt, daß Bachpaten und Fachbehörden gemeinsam anderen Bachpaten und Unterhaltungspflichtigen durch beispielhafte Zusammenarbeit helfen können, Gewässerstrukturen zu verbessern.

Regelmäßige Kartierung durch Bachpaten

Die Bachpaten der Verbandsgemeinde Asbach haben sich vorgenommen, in regelmäßigen Abständen die Gewässerstrukturen „ihrer“ Gewässer zu kontrollieren und zu dokumentieren. Gemeinsam mit dem Unterhaltungspflichtigen hoffen sie, daß die Gewässer in Zukunft sich durch sinnvolle Unterhaltungsmaßnahmen in ihrer Strukturgüte verbessern werden. Bachpaten und Unterhaltungspflichtige können mit Recht gemeinsam stolz auf die vollbrachten Leistungen sein und sehen den zukünftigen Entwicklungen der Gewässerstrukturen positiv entgegen.

Dipl.-Biol. M. Blank, Im Überdorf 10
53567 Asbach-Altenhofen

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