Pilzexkursion mit Tiefgang – ein Rückblick

Am Freitag den 21. September war es soweit. Die pilzbegeisterten  ANUAL-Freunde schlossen sich Dr. Lutz Neitzert bei seiner Wanderung durch den Asbacher Wald an, um Neues über die Welt der Pilze zu erfahren.

Nach einer kurzen Einführung mit dem Hinweis, daß es sich heute nicht nur um die kulinarisch wertvollen Vertreter der Pilzwelt drehen soll ging es los ins Gehölz. Trotz der anhaltenden Trockenheit hatte der Wald erstaunlicherweise einiges zu bieten. So suchte, pflückte und trug man die Funde zum Experten der sie identifizierte und Ihre ökologische, historische und manchmal sogar prähistorische Bedeutung erklärte.

So fanden wir sowohl den Birkenporling als auch den Zunderschwamm, beides Pilze von denen schon Ötzi vor über 5000 Jahren Exemplare bei sich führte. Ersteren als mobiles antibiotisches Teeamulett und letzteren als transportable Feuersglut.

Die kulturelle Bedeutung der Welt der Pilze wurde auch deutlich als man auf die halluzinogene Wirkung mancher Arten und deren Auswirkung insbesondere auf die Musik von Klassik bis Rock informiert wurde.

Ihre Bedeutung für das Ökosystem Wald ist natürlich die größte und auch hier konnte man viel Lernen über parasitäre und symbiotische Beziehungen der verschiedenen Pilze zu den anderen Lebewesen des Waldes.

Die anwesenden Kinder waren in jedem Fall begeistert bei der Sache, vor allem da sie dieses Mal bei aller nötigen Vorsicht auch giftige und unbekannte Pilze pflücken und dem Experten zur Bestimmung bringen konnten.

Mit einem abschließenden Kurzvortrag über den Roggenparasiten der insbesondere das Mittelalter mit dem durch seinen Verzehr ausgelösten Antoniusfeuer gehörig aufgemischt hat – dem Mutterkorn – ging es dann auch bei untergehender Sonne wieder Richtung Heim.

Ich empfehle in jedem Fall allen Pilzbegeisterten einen Blick in Dr. Neitzerts Terminkalender. Er führt regelmäßig verschiedenen Pilzseminare und -führungen im weiteren Raum Neuwied durch.

Guido Meyer de Voltaire